Wie Mitarbeitende zu Corporate Influencer:innen werden

Key Facts
  • Corporate Influencer:innen sind relevant, weil sie die Reichweite und die Reputation von Unternehmen erhöhen können.
  • Eine gute Beziehung zwischen Mitarbeitenden und ihrem Unternehmen motiviert Mitarbeitende, in sozialen Medien positiv über ihr Unternehmen zu berichten.
  • Kommunikation auf Augenhöhe verbessert die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und ihrem Unternehmen.

Corporate Influencer:innen = glaubwürdige Werbung

Mitarbeitende repräsentieren ihr Unternehmen nach außen und innen. Wenn sie sich positiv über ihr Unternehmen, die Produkte oder Dienstleistungen äußern, wirkt das glaubwürdiger als klassische Werbung. Immerhin kennen sie das Unternehmen und dessen Produkte am besten.

Als Corporate Influencer:innen teilen Mitarbeitende in sozialen Medien Informationen über ihr Unternehmen, äußern sich positiv darüber oder verteidigen ihren Arbeitgeber gegenüber Kritik.

Das bietet viele Vorteile für Unternehmen: Sie profitieren beispielsweise von der Reichweite ihrer Mitarbeitenden. Durch Weiterempfehlungen werben Mitarbeitende für Produkte und Dienstleistungen ihres Unternehmens. Gleichzeitig nehmen potenzielle neue Mitarbeitende das Unternehmen durch eine positive Berichterstattung als attraktiven Arbeitgeber wahr. Dadurch kann sich sowohl die Aufmerksamkeit für das Unternehmen als auch dessen Reputation und Absatz erhöhen. Doch was bewegt Mitarbeitende dazu, sich als Corporate Influencer:innen zu engagieren?

Schlüssel zum Erfolg: Beziehungsmanagement

Die amerikanischen Wissenschaftlerinnen Yeunjae Lee und Katie Haejung Kim zeigen in ihrer Studie: Sowohl individuelle als auch unternehmensbezogene Motive haben einen Einfluss darauf, wie sich Mitarbeitende in sozialen Medien gegenüber ihrem Unternehmen verhalten. 

In einer Befragung von Mitarbeitenden in den USA fanden die Wissenschaftlerinnen heraus, dass eine gute Beziehung zwischen Mitarbeitenden und ihrem Unternehmen essentiell ist. Je besser die Beziehung der Mitarbeitenden zu ihrem Arbeitgeber, desto:

  • eher engagieren sie sich für ihr Unternehmen,
  • positiver äußern sie sich über ihr Unternehmen,
  • eher verteidigen sie das Unternehmen gegenüber Kritik,
  • mehr Freude haben sie beim Teilen von Informationen über das Unternehmen in sozialen Medien. 

Kurz gesagt: Wenn Mitarbeitende mit ihrem Unternehmen zufrieden sind und ihm vertrauen, engagieren sie sich mehr und sprechen in ihrem Umfeld und in sozialen Medien positiver darüber. 

Wie lässt sich diese Erkenntnis nutzen? Wie kann die Beziehung der Mitarbeitenden zu ihrem Unternehmen weiter verbessert werden?

Mitarbeitende wollen mitsprechen

Interne Kommunikation spielt hierbei eine wichtige Rolle. Die Wissenschaftlerinnen zeigen, dass eine Kommunikation auf Augenhöhe eine gute Beziehung der Mitarbeitenden zu ihrem Unternehmen fördert. Eine interne Kommunikation, die Mitarbeitende einbezieht, offen für Feedback ist und nicht nur einseitig nach unten verläuft, schafft Vertrauen, Glaubwürdigkeit und Zufriedenheit.

Damit sich Mitarbeitende in sozialen Medien als Corporate Influencer:innen engagieren, können Unternehmen sie natürlich gezielt dazu auffordern und sie dabei beispielsweise durch Schulungen oder einen Leitfaden unterstützen. Viel wichtiger ist es allerdings, dass Unternehmen und Kommunikationsmanager:innen ihren Mitarbeitenden zuhören und ihnen die Möglichkeit geben, bei wichtigen Themen mitsprechen zu können. 

Aus den Ergebnissen der Studie lässt sich schließen: Die Beziehung zwischen Mitarbeitenden und Unternehmen sollte in der internen Kommunikation an erster Stelle stehen. Denn nur wenn sich Mitarbeitende wertgeschätzt fühlen, werden sie bereit sein, etwas für ihr Unternehmen zu investieren. Davon profitieren am Ende beide gleichermaßen – Mitarbeitende und Unternehmen.

Methode Symbol

  • In einer Online-Umfrage wurden 419 Mitarbeitende aus unterschiedlichen Branchen in den USA befragt.
  • Der Einfluss von unternehmensbezogenen und individuellen Motiven auf das Engagement als Corporate Influencer wurde in einer Pfadanalyse überprüft.
  • Kritik: In der Studie wurde nur ein Ansatz der internen Kommunikation und eine eingeschränkte Anzahl individueller Motive der Mitarbeitenden untersucht, obwohl hier weitere Faktoren einen Einfluss haben könnten.

Weiterlesen: Lee, Y. and Kim, K. H. (2021). Enhancing employee advocacy on social media: the value of internal relationship management approach. Corporate Communications: An International Journal, 26(2), 311-327. 

AutorIn
Sophie Kreppenhofer

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