Teilen statt Kaufen: Die Sharing Economy braucht eine neue PR

Teilen statt Kaufen: Die Sharing Economy braucht eine neue PR

Hotel war gestern, heute ist Airbnb. Zwei Szenarien zeigen, wie man in der PR mit der Sharing Economy umgehen kann.

ie ist jung, sie wächst und sie ist aus dieser Gesellschaft nicht mehr wegzudenken: die Sharing Economy. Wer glaubt, dass das inzwischen jeder weiß, liegt falsch – die PR hat Nachholbedarf. Aber was bedeutet Sharing Economy eigentlich? Der Begriff beschreibt, dass Privatpersonen anderen Privatpersonen ungenutzte Ressourcen zur Verfügung stellen. Kennzeichnend für die Sharing Economy ist unter anderem, dass Unternehmen wie Airbnb und Drivy, die den Austausch von Ressourcen ermöglichen, in den Hintergrund treten und in erster Linie eine Plattform bereitstellen, über die der Austausch zwischen Anbieter und Nutzer möglich wird.

Ursprüngliches PR-Verständnis ist in der Sharing Economy nicht mehr zeitgemäß

Obwohl die Sharing Economy für die heutige Gesellschaft längst selbstverständlich ist, beschäftigte sich die Kommunikationswissenschaft bislang nicht mit dem Phänomen. Die PR sieht ihre Aufgabe nach wie vor darin, Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Kunden zu ermöglichen und zu einer guten Beziehung zwischen den Parteien beizutragen. Dieses PR-Verständnis ist in der Sharing Economy insofern problematisch, als dass hier nicht Unternehmen und Kunden in Kontakt treten, sondern die Community unter sich. Die englische Wissenschaftlerin Anne Gregory und Gregor Halff von der Singapore Management University schlagen deshalb in ihrem Artikel vor, das ursprüngliche Konzept von PR zu überdenken und an die Anforderungen der Sharing Economy anzupassen.

Berater statt Kommunikator

Generell seien zwei Szenarien denkbar, wie sich die Rolle der PR in Zukunft verändern könne:

Erstens: Die PR werde absolut überflüssig, weil jeder zum kompetenten Kommunikator werden könne. Die Autoren halten diese Möglichkeit allerdings für eher unwahrscheinlich.

Zweitens: Die PR werde sich zu einem Experten entwickeln, der die gesamte Kommunikation im und über das Unternehmen zusammenhalte. Die Aufgabe der PR werde demnach darin liegen, als Berater aufzutreten und zu vermitteln, wie die Kommunikation aller Beteiligten im Optimalfall aussehen solle. Die PR werde darüber hinaus sicherstellen, dass jeder die kommunizierten Inhalte gleich verstehe, indem sie Absichten, Werte und die Kultur des Unternehmens kommunizieren werde.

Gelingt der PR diese Vermittlungsleistung, würden die Kunden auch mit unternehmensexternen Gruppen in der erlernten Art und Weise kommunizieren, dadurch möglicherweise neue Interessensgruppen anwerben und so den Wert des Unternehmens steigern.

Fazit

PR werde zukünftig eine metakommunikative Funktion einnehmen. Sie werde nicht selbst kommunizieren, sondern anderen vermitteln, wie man richtig kommuniziert. Würden PR-Verantwortliche ihre neue Rolle einnehmen, könnten Nutzer effektiv kommunizieren und durch ihr Tauschgeschäft zur Wertschöpfung des Unternehmens beitragen.

15-06-03_Merke
  • In der Sharing Economy treten Unternehmen in den Hintergrund
  • Die PR kann nicht länger Grenzstelle zwischen Unternehmen und Kunden sein
  • Die PR muss eine Experten- und Beraterrolle einnehmen und vermitteln, wie Kommunikation funktioniert
  • Kunden lernen dadurch effektiv zu kommunizieren und tragen zur Wertschöpfung des Unternehmens bei
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  • Der Artikel basiert auf theoretischen Überlegungen der Autoren, die durch wissenschaftliche Literatur gestützt sind.

📖 Weiterlesen: Gregory, A., & Halff, G. (2017). Understanding public relations in the ‘sharing economy’. Public Relations Review 43(2017), 4-13.

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