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Unternehmen als Community verstehen

Lesedauer: 3 Minuten

Öffentlichkeitsarbeit ist Beziehungsmanagement – zu einem großen Teil. Unternehmen managen die Beziehungen zu Stakeholdern oder Zielgruppen, aber auch zu den eigenen Mitarbeitenden. Hongmei Shen und Hua Jiang schlagen in ihrem Essay aus dem Jahr 2021 vor, einen Community-Ansatz auf die interne Kommunikation zu übertragen. Mit dem Ziel, ein Gemeinschaftsgefühl in der Belegschaft aufzubauen. Die Autor:innen erklären, wie der Community-Ansatz auf die interne Kommunikation übertragen werden kann und sich so ein stärkeres Gemeinschaftsgefühl einstellt.

Die Top 3 Handlungsempfehlungen

Key Facts
  1. Mit interner Kommunikation eine Community im Unternehmen aufbauen
  2. Transparente und offene Kommunikation auf Augenhöhe mit allen Mitarbeitenden
  3. Diversität in der Gemeinschaft (im Unternehmen) betonen

Wo der Community-Ansatz ansetzt

Öffentlichkeitsarbeit im Unternehmen – ob intern oder extern – ist in Teilen auch Beziehungsmanagement. Die interne Kommunikation hat also die wichtige Aufgabe die Beziehungen innerhalb des Unternehmens aufzubauen und zu managen. Immerhin verbringen die deutschen Vollzeitbeschäftigten laut Statistischem Bundesamt (2019) durchschnittlich 41 Stunden pro Woche an Ihrem Arbeitsplatz: 41 Stunden, in denen das Beziehungsnetzwerk nur aus Kolleg:innen oder Vorgesetzten besteht. 

Aus der Perspektive des Community-Ansatzes sind Unternehmen Gemeinschaften, weil sich mehrere Personen (freiwillig) zusammenschließen, die Ziele, Interessen oder Werte teilen. Bisher gibt es wenige Studien im Bereich der Sozialwissenschaften, die den Community-Ansatz und dessen Auswirkungen erforschen. Hongmei Shen und Hua Jiang möchten mit ihrem Essay den Community-Ansatz auf Unternehmen anwenden. Sie erläutern, welche Schlüsselrolle die interne Kommunikation dabei spielt, ein Gemeinschaftsgefühl zu erzeugen.

Wie entsteht eine Community?

Das Fundament einer Gemeinschaft bilden die Grundwerte des Unternehmens, sowie Solidarität und Respekt in der Belegschaft. Aus strategischer Perspektive kann die interne Kommunikation dazu beitragen, dieses natürliche Fundament im Unternehmen auszubauen.

Die drei Hauptaufgaben der internen Kommunikation nach dem Community-Ansatz lauten: Einbindung aller Mitarbeitenden in die Gemeinschaft, sowie die Pflege und Organisation des Beziehungsnetzwerks. Ein erster praktischer Schritt wäre hier den Austausch zwischen Mitarbeitenden zu erleichtern – beispielsweise durch die Einführung von Kommunikationstools oder einem dafür geeigneten Intranet. Zur Umsetzung der Hauptaufgaben der internen Kommunikation gehört auch der richtige Kommunikationsstil: transparent, offen und auf Augenhöhe. Idealerweise kommunizieren die Mitarbeitenden dann so auch untereinander.

Vorteile einer Community 

Wenn der Gemeinschaftsgedanke der Mitarbeitenden im Unternehmen wächst, so stärkt das den Zusammenhalt. Mit Gemeinschaft geht auch Zugehörigkeit einher: Mitarbeitende fühlen sich demnach auch mit dem Unternehmen verbunden, was sich positiv auf die Loyalität auswirkt. Wenn das Wohl der Gemeinschaft – in diesem Fall die Ziele des Unternehmens – eine hohe Priorität hat, sind Mitarbeitende eher dazu geneigt, Wissen und Kompetenzen miteinander zu teilen und die Ellenbogen-Mentalität abzulegen. 

Zusätzlich verbessert sich auch die geschäftliche und persönliche Kommunikation in der Belegschaft: Differenzen unter Kolleg:innen lösen sich in einem gemeinschaftlichen Umfeld einfacher. Die Vorteile der Gemeinschaft lassen sich leichter in einem Unternehmen mit flachen Hierarchien umsetzen.

Individualität in der Community

Das Unternehmen als Gemeinschaft zu betrachten bedeutet nicht, dass die einzelnen Personen der Community keine Rolle spielen. Im Gegenteil: Die Auto:innen des Essays betonen, dass die Individualität der Mitarbeitenden –  in Bezug auf die Identität aber auch auf deren Arbeitsweise – zur Weiterentwicklung der Gemeinschaft beitragen. Der Appell an die interne Kommunikation lautet: Diversität und Vielfalt fördern und als grundlegenden Werte der Community etablieren. Dieses integrative Verständnis von Gemeinschaft trägt zu einer positiven Wahrnehmung des Unternehmens bei – nach innen und außen.


  • Essay aus dem Jahr 2021
  • Veröffentlicht im Journal of Public Relations Research

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