Öffentlich-rechtliches Radio: Gute Qualität zahlt sich aus

Radio

Key Facts

  • Das Radio ist das meistgehörte Medium im Audiobereich 
  • Nutzer*innen hören Radio, um sich zu informieren, um Spaß zu haben und um zu entspannen
  • Nutzer*innen bewerten die Inhalte des Radios als besonders glaubhaft, unabhängig und kompetent gestaltet

 

TIK-Tok, YouTube, Spotify – immer mehr Unternehmen schwören auf Online-Medien. Berechtigterweise, schließlich hat sich der Nutzen von Social Media und Co. für die PR vielfach gezeigt. Bei der Fülle an Möglichkeiten ist es leicht, den ein oder anderen Kanal aus den Augen zu verlieren. Zum Beispiel das Radio. Dabei steckt viel Potential in dem Medium, wie aus einer ARD/ZDF-Langzeitstudie von Karin Gattringer und Marlene Handel aus dem Jahr 2020 hervorgeht.

Wertschätzung ist ungebrochen 

Das Radio hat Konkurrenz bekommen, das steht außer Frage. Trotzdem ist es immer noch das beliebteste Medium im Audiobereich – mit Abstand. Laut Gattringer und Handel sind 75 % der Formate, die jeden Tag gehört werden, Radioprogramme. Damit macht es über ein Viertel (28%) aller täglich konsumierten Medien aus – inklusive Fernsehen, Zeitung und Internet. Zum Vergleich: Beim Streaming sind es gerade einmal 8 %. 

Informationen als Superpower 

Warum hören die Menschen so gerne Radio? Die Befragten nennen folgende Gründe: Spaß haben (82%), sich informieren (81%), sich entspannen (62%). Nur – all diese Dinge bieten auch YouTube, Spotify und Co. an. Worin unterscheidet sich das Radio? Laut der Studie beim Wunsch, sich zu informieren. Während beim Radio etwa 80 % der Nutzer*innen diesen Grund angeben, sind es beim Streaming nur rund 30 %. 

Radio = gute Qualität 

Informationen sind also die Superpower des Radios – so weit, so gut. Die Aussage greift aber zu kurz, denn eigentlich müsste man sagen: Die journalistische Qualität der Informationen ist die Superpower des Radios. Laut Studie halten die Nutzer*innen dessen Inhalte nämlich für besonders glaubwürdig, unabhängig und kompetent gestaltet. 

Vor allem in Sachen Glaubwürdigkeit schneidet das Radio überdurchschnittlich ab: 84 % der Hörer*innen halten die Inhalte für sehr vertrauenswürdig. Das gilt allerdings nur für öffentlich-rechtliche Sender, private Anbieter werden deutlich schlechter bewertet (60%). Das Musik-Streaming bewegt sich in einem ähnlichen Bereich, Videoportale finden sogar nur 27 % aller Befragten glaubwürdig. 

Radio in allen Kategorien führend

Aber: Nicht nur im Vergleich zu den Online-Medien schneidet das öffentlich-rechtliche Radio besser ab. Auch dem Fernseh- und Printjournalismus sprechen die Nutzer*innen eine geringere journalistische Qualität zu als dem öffentlich-rechtlichen Radio. Interessant: Junge Menschen bewerten das Radio besonders positiv. Befragte zwischen 14 und 29 Jahren schätzen die journalistische Qualität in jeder Kategorie höher ein als die Gesamtbevölkerung.  

Fazit

Das Radio hat nach wie vor Potential. Seine gute journalistische Qualität macht es bei den Nutzer*innen zur Informationsquelle Nummer eins. Ein guter Grund, das Medium wieder mehr ins Blickfeld zu rücken. Der Vorteil: Sind die Themen im Radio platziert, erreichen sie nicht nur eine große Reichweite, sondern wirken besonders glaubhaft für die Zuhörer*innen. Ein Kriterium muss allerdings erfüllt sein: Die Inhalte müssen so aufbereitet sein, dass sie dem journalistischen Anspruch des Radios entsprechen. 

Methodisches Vorgehen

Methode Symbol

  • Telefon-Befragung im Rahmen einer Langzeitstudie im Zeitraum zwischen dem 31. Januar bis 27. April 2020 
  • Durchgeführt vom Institut GIM, Gesellschaft für Innovative Marktforschung

 

 

Sample:

  • Befragte, die mindestens mehrmals im Monat Radio hören, n = 3003 Befragte
  • Deutschsprachige Bevölkerung ab 14 Jahren 

 

Kritik:

  • Auftragsstudie
  • keine detaillierte Beschreibung der Methode bzw. Operationalisierung

 

Weiterlesen: Gattringer, K. & Handel, M. (2020). Hohe Wertschätzung des Publikums für öffentlich-rechtliches Radio. Ergebnisse aus der ARD/ZDF-Massenkommunikation Langzeitstudie. Media Perspektiven (4/2021), 227-239.

 

AutorIn
Isabell Erb aus dem Social Media

 

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