Kommunikatoren verschlafen Digitalisierung

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Jeder spricht von Digitalisierung, doch besitzt die Unternehmenskommunikation ausreichend Kompetenzen diese zu verwirklichen?  

Der Wissensstand der digitalen Fitness verbessert sich zwar, aber enorm langsam. In den Kommunikationsabteilungen herrscht definitiv Nachholbedarf. Zwei Forscher aus Deutschland kamen zu dem Ergebnis, dass sich 50 Prozent der Kommunikatoren als digital fit bezeichnen. Würde dieses selbstbewusste Bild allerdings der Wahrheit entsprechen, müsste die Unternehmenskommunikation digital viel weiter sein.

Grund dafür könnte sein, dass Kommunikatoren nicht wissen, welche Kompetenzen für eine digitale Fitness gefordert werden. Die Forscher haben folgende Voraussetzungen festgelegt:

Kompetenzen für Digitalisierung

  • Personale Kompetenzen: Neugier, produktive Einstellungen, Offenheit für Veränderungen
  • Aktivitäts- und handlungsorientierte Kompetenzen: Fähigkeiten aktiv umsetzen, Optimismus
  • Fachlich-methodische Kompetenzen: Probleme bewältigen, strategisches Denken
  • Sozial-kommunikative Kompetenzen: Kreativ kooperieren und kommunizieren, Teamfähigkeit

Die Wichtigkeit der Digitalisierung ist unbestritten, in Teilen haben Unternehmen ihre klassische Kommunikationsabteilung schon um ein digitales Pendant ergänzt. Viele stecken bei diesem Thema aber noch in den Kinderschuhen. Tatsächlich arbeiten 25 Prozent der Abteilungen immer noch komplett ohne Tools und digitale Plattformen. Nur gängige Kanäle wie Facebook und Twitter haben sich etabliert. Ziel der Unternehmenskommunikation ist es, eigene digitale Plattformen einzusetzen, um so direkt auf die Wünsche ihrer Zielgruppen einzugehen. Dieser Anstoß muss von ganz oben kommen – die Führungsebene muss handeln, um den digitalen Wandel voranzutreiben. Voraussetzung dafür ist es, ein großzügiges Budget bereitzustellen.

Mut zu Veränderungen

Die Bereitschaft Zeit, Energie und finanzielle Mittel in Neues zu investieren, benötigt vor allem die Offenheit für Veränderungen. Im Jahr 2018 wird die Unternehmenskommunikation vor der Herausforderung stehen, digitale Fitness umzusetzen und weiterzuentwickeln. Eine Hilfe kann hierbei die Generation Y (zwischen 1980 bis 2000 geboren) sein, welche in die Berufswelt gestartet ist. Sie hat einen entscheidenden Vorteil für Unternehmen, verfügt sie doch über eine hohe digitale Kompetenz. Die Befragung hat gezeigt, dass für die Kommunikatoren noch Nachholbedarf im Bereich digitale Fitness besteht. Unternehmen sollten besonders das Potenzial der Generation Y nutzen, um so die digitale Transformation voranzutreiben.

 

  • Unternehmenskommunikation muss sich auf Herausforderungen der Digitalisierung einstellen
  • Digitale Kompetenzen aufbauen und weiterentwickeln
  • Mut zu Veränderungen
  • Online-Befragung von Kommunikationsmanagern und PR-Verantwortlichen aus Deutschland im August 2017 (236 Teilnehmer)
  • Auf Basis der Ergebnisse der Befragung aus dem Jahr 2016
  • Ein Stufenmodell (Entwicklungsstufen: Beginner, Follower, Experten, Enabler) bildet die Grundlage zur Bewertung der digitalen Fitness. Die Berechnung erfolgte für jeden TN über ein Scoring-Verfahren anhand seiner Antworten.

Weiterlesen: Lautenbach, C., Müller, P. (2017). Digital Fitness 2017. Ist die Unternehmenskommunikation fit für Digitalisierung? Trendaussagen auf Grundlage einer Umfrage unter Kommunikatoren. Düsseldorf/Frankfurt am Main: Lautenbach Sass/PRCC 2017.

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