Identifikation lässt sich nicht verordnen

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Unternehmenserfolg hängt von der Identifikation der Mitarbeiter mit ihrem Arbeitgeber ab. Doch wie lässt sich diese fördern?

Wer sich in hohem Maße seinem Unternehmen zugehörig fühlt, handelt unternehmerisch und richtet sein Handeln an den Unternehmenswerten aus. Das hilft beim Erreichen der Unternehmensziele.

Die Wissenschaftler Broch, Lurati, Mariconda und Zamparini von der Universität der italienischen Schweiz haben diesen Zusammenhang erkannt. Sie beschäftigten sich daher in ihrer Studie mit der Frage, wie diese Form der Identifikation entsteht. Auf der Grundlage ihrer Ergebnisse formulierten sie Hinweise für Unternehmen.

Identifikation mit dem Unternehmen kommt nicht von alleine zustande

Die Wissenschaftler arbeiteten zwei Faktoren heraus, die die organisationale Identifikation von Mitarbeitern beeinflussen:

  • Attraktivität wahrgenommener Identifikation: Mitarbeiter haben eine Vorstellung von zentralen und dauerhaften Eigenschaften ihres Unternehmens. Je attraktiver sie diese finden, desto stärker identifizieren sie sich mit ihm
  • Soziales Kapital: Mit dem sozialen Kapital meinen die Wissenschaftler die Beziehungen zwischen Mitarbeitern und ihre gegenseitige Hilfsbereitschaft. Mitarbeiter mit starker Identifikation zeichnen sich durch folgende Merkmalen aus:
    • Sie pflegen Kontakte zu Mitarbeitern in anderen Abteilungen beziehungsweise auf unterschiedlichen Unternehmensebenen. Viele davon sind nicht nur Kollegen, sondern auch Freunde
    • Sie wenden sich an andere Mitarbeiter um Hilfe zu bekommen und helfen selbst auch anderen

→ Mitarbeiter, die mehr Hilfe von anderen Mitarbeitern bekommen, nehmen die Unternehmensidentifikation als attraktiver wahr.

Mitarbeiter, die länger für ein Unternehmen tätig sind, erachten dessen Kernwerte als attraktiver. Sie pflegen den Wissenschaftlern zufolge mehr Beziehungen mit anderen Mitarbeitern, helfen gerne und lassen sich helfen. Aus diesem Grund verfügen langjährige Mitarbeiter über eine starke Identifikation mit ihrem Unternehmen.

Hinweise für Unternehmen

Es ist wünschenswert, Beziehungen und die Interaktion zwischen Mitarbeitern zu verstärken, denn dadurch erhöht sich auch ihre Identifikation mit dem Unternehmen. Wie die Verantwortlichen die Zusammenarbeit im Unternehmen gestalten, spielt in diesem Kontext eine besondere Rolle. Ein idealer Arbeitsablauf lässt Mitarbeiter in Abhängigkeit voneinander agieren und fördert soziale Interaktion zwischen ihnen. Dadurch können sie neue Kontakte zu anderen Mitarbeitern aufbauen und gegebenenfalls vorhandene Beziehungen innerhalb des Unternehmens pflegen.

Gemeinsame Aktivitäten außerhalb der Arbeit verbessern die Interaktion zwischen Mitarbeitern. Dazu gehören beispielsweise gemeinsame Mahlzeiten, Teambuilding-Events oder Firmenfeste. Langjährige Mitarbeiter können die Kontaktaufnahme neuer Mitarbeiter vereinfachen.

    • Je attraktiver Mitarbeiter die Kernwerte eines Unternehmens finden, desto stärker identifizieren sie sich mit ihm
    • Mitarbeiter, die mehr Beziehungen zu anderen Mitarbeitern pflegen und sich gegenseitig mehr Hilfe ermöglichen, verfügen über eine stärkere Identifikation mit ihrem Unternehmen
    • Langjährige Mitarbeiter identifizieren sich stärker mit ihrem Unternehmen
    • Effektiver Arbeitsablauf und Aktivitäten fernab der Arbeit erhöhen die Interaktion zwischen Mitarbeitern und verstärken dadurch ihre Beziehungen untereinander und ihre Identifikation mit dem Unternehmen.
  • Methode: Befragung
  • Stichprobe: 121 Mitarbeiter eines internationalen Konzerns
  • Kritik: Stichprobe besteht nur aus Mitarbeitern eines Konzerns

Weiterlesen: Broch, C., Lurati, F., Zamparini, A., & Mariconda, S. (2018). The role of social capital for organizational identification: Implications for strategic communication. International Journal of Strategic Communication, 12(1), 44–66.

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