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Stellenanzeigen: Den ersten Eindruck macht die KI – den zweiten das Unternehmen

Lesedauer: 3 Minuten

Eine aktuelle Studie aus den USA zeigt: Für die Gen Z sind Authentizität und Transparenz in den Stellenanzeigen wichtig. Viele Unternehmen nutzen Künstliche Intelligenz (KI) für Stellenanzeigen und überzeugen sprachlich, aber sind sie trotzdem authentisch?

Auf die Plätze, fertig, Gen Z!

Die Generation Z (Gen Z, 1997 bis 2012) startet jetzt frisch aus der Schule oder dem Studium in den Arbeitsmarkt. Obwohl sie erst am Anfang ihres Berufslebens stehen, haben sie konkrete Erwartungen an ihre Arbeitgeber:innen. Die Studie von Stephanie Smith und Michael Strawser zeigt, dass für die Teilnehmenden der Generation Z Respekt, Offenheit und Unterstützung wichtige Merkmale eines Arbeitsplatzes sind. Sie wünschen sich ein positives Arbeitsumfeld, indem transparent über Karrieremöglichkeiten kommuniziert wird. Bei der Personalsuche kommt daher vor allem eine positive Kommunikation bei den potenziellen Bewerber:innen gut an, so die Studie.

Die Forschenden beschreiben positive Kommunikation als einen aufrichtigen Austausch, der Wertschätzung, Wohlbefinden und Gesundheit in den Mittelpunkt stellt. Auf diese Weise können die Merkmale vermittelt werden, die der Gen Z wichtig sind. In Stellenanzeigen kann das in einer klaren, transparenten und respektvollen Beschreibung der Unternehmenswerte und des Arbeitsplatzes umgesetzt werden.

Die Informationen aus der Stellenanzeige und dem Online-Auftritt prägen den ersten Eindruck der Bewerbenden von dem jeweiligen Unternehmen. Dadurch entwickeln sie Erwartungen an den potenziellen Arbeitgebenden und dessen Unternehmenskultur. Die Studie zeigt, dass das Erfüllen der Erwartungen die Arbeitgeberattraktivität in den Augen der Bewerber:innen steigert – das Nichterfüllen verringert die Arbeitgeberattraktivität.

KI beeinflusst die Erwartungen

Künstliche Intelligenz (KI) gehört in einigen Unternehmensbereichen zum Arbeitsalltag. Mit KI kann jeder Sachverhalt sprachlich ansprechend dargestellt werden. Auch in manchen Personalabteilungen spielt KI zunehmend eine Rolle und unterstützt unter anderem bei der Erstellung von Stellenanzeigen. Das kann auch sehr erfolgreich sein, wie die Studienergebnisse zeigen.

In der Studie wurde den Teilnehmenden zwei Versionen derselben Stellenanzeige vorgelegt: Die originale Stellenanzeige und eine durch KI optimierte Variante, in der eine positive Kommunikation hervorgehoben wurde. Ohne zu wissen, wie die Anzeigen erstellt wurden, bevorzugten die meisten Teilnehmenden die KI-optimierte Version. Sie wurde als deutlich ansprechender wahrgenommen.

Allerdings ist KI dafür bekannt, in Texten zu übertreiben, um diese möglichst attraktiv darzustellen. Die unrealistischen Darstellungen in Stellenanzeigen können Erwartungen auf Seiten der Bewerbenden erzeugen, die das Unternehmen nicht erfüllen kann.

Realität lässt den KI-Ballon platzen

Spätestens im persönlichen Gespräch wird den Bewerbenden auffallen, wenn die KI-generierte Stellenanzeige von der Unternehmensrealität abweicht. Das Enttäuschen der Erwartungen kann laut der Studie motivierte Bewerber:innen unzufrieden machen oder sogar ganz abschrecken. Das zeigt sich auch an der Skepsis, die bei den Teilnehmenden entstand, als sie erfuhren, dass die bevorzugte Stellenanzeige mit KI erstellt wurde. Sie zweifelten daraufhin an der Authentizität der Stellenanzeige und stellten infrage, ob die beschriebene positive Arbeitskultur der Realität entspricht.

Die Stellenanzeigen sind oft der erste Berührungspunkt. Die Studienautor:innen betonen, dass diese die tatsächlichen Umstände realistisch darstellen sollten und nicht übermäßig positiv formuliert sein dürfen, nur um bei Bewerber:innen gut anzukommen. Denn wenn eine Stellenanzeige nicht der Realität entspricht, kann dies das Vertrauen verringern. Übertragen auf den Recruitingprozess wird klar: Es muss für Glaubwürdigkeit gesorgt werden.

Balance zwischen KI und Mensch

Trotz der Skepsis gegenüber KI-generierten Stellenanzeigen erkennen die Teilnehmer:innen der Studie an, dass KI die Personalsuche effizienter gestalten kann. Allerdings wird betont, dass KI dabei nur eine unterstützende Rolle einnehmen sollte.

Die aktive Rolle der Mitarbeiter:innen am Text stellt sicher, dass die Arbeitskultur richtig dargestellt wird. Auf diese Weise kann KI für die Arbeitgeberkommunikation sinnvoll genutzt werden, während gleichzeitig die Authentizität der Stellenanzeige gewährleistet wird.

 

TOP 3
LEARNINGS

  1. Die Authentizität der Stellenanzeige gewährleisten, indem KI nur ergänzend genutzt wird und damit die Inhalte der Wahrheit entsprechen.
  2. Mit positiver Kommunikation in den Stellenanzeigen auf die Bedürfnisse der Bewerber:innen eingehen.
  3. Übertriebene Formulierungen in Stellenanzeigen vermeiden, um keine unrealistischen Erwartungen zu erwecken und den damit verbundenen Vertrauensverlust zu verhindern.

Zur Studie

Autor:innen: Stephanie Smith, Michael Strawser

Methode: 12 Fokusgruppen Interviews mit 7 Teilnehmern pro Gruppe

Stichprobe: Gen Z (1997 bis 2012) mit 84 Teilnehmern

 

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