Zum Inhalt springen

Fehlender Dialog kostet Unternehmen Mitarbeitende

Lesedauer: 3 Minuten

Die meisten Beschäftigten wollen stärker an der internen Kommunikation ihres Unternehmens beteiligt werden – etwa über Feedback- und Dialogformate. Doch entsprechende Möglichkeiten fehlen häufig. Eine aktuelle Studie aus dem Jahr 2024 zeigt, warum fehlende Mitsprache frustriert und die Bindung ans Unternehmen schwächt.

Der Arbeitstag beginnt und die Geschäftsführung verkündet eine wichtige Entscheidung. Die Nachricht erscheint im Intranet, die Beschäftigten nehmen sie zur Kenntnis. Danach läuft der Alltag weiter. Fragen bleiben unbeantwortet, Rückmeldungen sind nicht vorgesehen.

Genau das erleben viele Beschäftigte in Deutschland. Sie wollen allerdings nicht nur informiert werden, sondern ihre Perspektiven einbringen und mitgestalten. Doch zwischen diesem Wunsch und der Realität klafft oft eine große Lücke. Das zeigen Dr. Juliane Kiesenbauer, Philipp Körner, Clara Bauer und Anna Friedrich in einer von Staffbase beauftragten repräsentativen Studie.

Viele wollen mitreden – doch wenige dürfen

Die Forschenden haben mehr als 1.000 Beschäftigte in Deutschland befragt – und das Ergebnis fällt eindeutig aus: Rund drei Viertel halten Mitsprache in der internen Kommunikation für wichtig. Gleichzeitig berichten viele, dass sie nur selten oder gar nicht die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen oder Feedback zu geben.

Genau darin sehen die Autor:innen eine der größten Herausforderungen für die interne Kommunikation. Besonders jüngere Beschäftigte wünschen sich mehr Beteiligung. Sie wollen nicht nur erfahren, was entschieden wurde, sondern auch verstehen, warum.

Wer beteiligt wird, bewertet Kommunikation besser

Die Studie zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Beteiligung und Zufriedenheit. Beschäftigte, die Fragen stellen oder Feedback geben können, bewerten die Kommunikation ihres Unternehmens deutlich positiver. Dabei spielt der Kanal wie das Intranet, eine Mitarbeiter-App oder ein persönliches Gespräch eine untergeordnete Rolle. Entscheidend ist, ob Austausch stattfindet. Wer gehört wird, fühlt sich eingebunden – wer ignoriert wird, zieht Konsequenzen.

Unzufriedene denken häufiger ans Gehen

Die Autor:innen stellen darüber hinaus einen Zusammenhang zwischen der Zufriedenheit mit der internen Kommunikation und der Wechselbereitschaft fest: Zufriedene Beschäftigte denken seltener über einen Arbeitgeberwechsel nach als unzufriedene. Für Unternehmen ist das eine wichtige Erkenntnis: Wer Beschäftigte dauerhaft von Feedback- und Austauschformaten ausschließt, riskiert nicht nur Frust – die emotionale Bindung an das Unternehmen leidet ebenfalls.

Kleine Schritte können viel verändern

Unternehmen müssen keine aufwendigen Programme starten. Die Autor:innen empfehlen einfache Maßnahmen wie regelmäßige Fragerunden mit Führungskräften, digitale Feedbackfunktionen oder kurze Stimmungsabfragen. Noch wichtiger als das Format ist die Reaktion auf das Feedback: Beschäftigte merken schnell, ob ihr Input etwas bewegt oder ob Beteiligung nur auf dem Papier existiert. Gute interne Kommunikation ist keine Einbahnstraße – sie funktioniert erst dort, wo Rückmeldungen der Beschäftigten möglich sind.

TOP 3
LEARNINGS

  1. Mitsprache ist gefragt: Die Mehrheit der Beschäftigten will sich an der internen Kommunikation beteiligen.
  2. Dialog steigert Zufriedenheit: Wer Fragen stellen und Feedback geben kann, bewertet die interne Kommunikation positiver.
  3. Kommunikation stärkt Bindung: Zufriedene Beschäftigte mit der internen Kommunikation zeigen eine geringere Wechselbereitschaft.
Zur Studie

Autor:innen: Dr. Juliane Kiesenbauer, Philipp Körner, Clara Bauer und Anna Friedrich

Methode: Repräsentative Online-Befragung über den YouGov-Datenpool

Stichprobe: 1.020 Arbeitnehmer:innen in Deutschland ab 15 Jahren

Erhebungszeitraum: Januar bis Februar 2023

Autor/in

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Ihren Besuch stimmen Sie dem zu.